Aloe Vera. Eine Pflanze mit Geschichte und erstaunlicher Wirkung

Aloe Vera begleitet die Menschheit seit vielen Jahrtausenden. Erste Hinweise auf ihre Nutzung finden sich bereits im alten Babylon. Später wurde sie in Ägypten so geschätzt, dass man sie als Blut der Götter bezeichnete. Auch berühmte Herrscherinnen wie Cleopatra sollen sie in ihre tägliche Pflegeroutine eingebaut haben. Über die Jahrhunderte blieb ihr Ruf bestehen. Ob bei Beschwerden des Magens oder bei gereizter Haut. Die Pflanze fand in vielen Kulturen einen festen Platz.

Heute wächst Aloe Vera in warmen und trockenen Regionen auf der ganzen Welt. Besonders große Anbauflächen gibt es in Indien, Mexiko, Mallorca und auf den kanarischen Inseln. Seit den sechziger Jahren hat sich aus der Pflanze ein eigener Markt entwickelt. Sie wird für Pflegeprodukte, Säfte und Nahrungsergänzungsmittel genutzt. Ihr Erfolg hat einen einfachen Grund. Aloe Vera kann sich an viele Klimazonen anpassen und Wasser über lange Zeit speichern. Dadurch übersteht sie selbst längere Trockenperioden und gilt als echte Überlebenskünstlerin.

Pflegeleicht und robust

Die Pflanze mag es warm und hell und stellt kaum Ansprüche an den Boden. Sie wächst sogar auf sehr kargem Untergrund. Ein guter Nährboden sorgt aber für eine gute Qualität der Pflanze, wenn sie zur innerlichen oder äußeren Anwendung genutzt wird. Wasser braucht sie nur selten. Am besten gießt man erst wieder, wenn die Erde trocken ist. Von April bis Oktober freut sie sich über regelmäßiges Wasser. Im Winter kommt sie ohne aus. Ihre Blätter sollten kräftig und aufrecht stehen. Werden sie dünn oder rollen sich ein, fehlt meist Licht. Im Herbst liebt sie Temperaturen zwischen zehn und fünfzehn Grad. Etwas Dünger alle paar Wochen reicht völlig aus. Im Winter braucht sie keinen.

Nach einigen Jahren erreichen die fleischigen Blätter eine Länge von rund vierzig Zentimetern. Die Sorte Aloe Vera Barbadensis Miller gilt als besonders wirkungsvoll. Sie bildet im Frühjahr gelbe oder orangefarbene Blüten und erkennt man an den langen, spitz zulaufenden Blättern. Weltweit gibt es über dreihundert verschiedene Arten.

Saft. Bitter im Geschmack, wertvoll in der Wirkung

Der Saft der Aloe wird aus den äußeren Schichten der Blätter gewonnen. In der Natur dient diese bittere Flüssigkeit als Schutz vor Fressfeinden. Früher enthielt der Saft Aloin. Dieser Stoff wirkte stark abführend und wird heute nicht mehr verwendet, da er gesundheitliche Risiken birgt. Moderne Produkte werden schonend verarbeitet. Sie behalten ihre wertvollen Eigenschaften und sind frei von unerwünschten Stoffen.

Aloe Vera Saft unterstützt das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend sowie antibakteriell. Er wird bei Verdauungsbeschwerden, Infektionen der Harnwege oder Hautproblemen eingesetzt. Produkte mit Aloin sollte an meiden. Bei reinem, kalt verarbeitetem Saft besteht diese Gefahr jedoch nicht. Die empfohlene Menge liegt zwischen zehn und dreißig Milligramm pro Tag. Mehr als 50 ml kann den Darm reizen.

Viele nutzen den Saft auch als kleinen Energiekick. Ein Mix aus Aloe Vera Saft mit Ananas und Gurke fördert die Verdauung und ist besonders nach einer Mahlzeit angenehm. Morgens auf nüchternen Magen kann er helfen, die Verdauung anzuregen und Stoffwechselgifte auszuleiten.

Bewährt auch bei gereizter oder geschädigter Haut.

Aloe Vera Gel

Das Gel wird aus dem inneren Blattgewebe gewonnen. Es besteht größtenteils aus Wasser und hat eine glatte, leicht schleimige Konsistenz. Seit der Antike wird es bei Sonnenbrand, Insektenstichen oder kleinen Verletzungen genutzt. Es beruhigt die Haut, fördert die Regeneration und kann Entzündungen lindern. Je höher der Gelanteil in einem Produkt, desto besser die Wirkung. Ideal sind mindestens neunzig Prozent.

Wer eine reife Pflanze zu Hause hat, kann das Gel selbst gewinnen, wobei diese nicht die Wertigkeit und Qualität eines fertigen Aloe Vera Produktes entspricht. Ein Blatt abschneiden, das innere Gewebe herauslösen und im Kühlschrank lagern. Dort hält es sich ein bis zwei Wochen. Eine einfache Methode für kleine Portionen ist das Einfrieren in Eiswürfelformen. Bei fertigen Produkten sollte auf einen klaren Hinweis achten, dass es sich wirklich um Gel handelt. Begriffe wie Konzentrat oder Saft weisen auf eine geringere Wirkung hin.

Inhaltsstoffe. Warum die Pflanze so vielfältig hilft

Aloe Vera enthält eine ganze Reihe wertvoller Stoffe. Dazu gehört Acemannan, ein Zuckermolekül, das entzündungshemmend wirkt und das Immunsystem unterstützt. Die Pflanze liefert Vitamine wie A, B, C und E. Sie schützen die Zellen, fördern das Wachstum und stärken die Abwehrkräfte. Dazu kommen Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen, Magnesium, Natrium und Zink. Sie sind wichtig für Knochen, Nerven, Muskeln und eine gesunde Verdauung.

Vor allem der Darm profitiert von Aloe Vera. Der Saft kann das Gleichgewicht der Darmflora unterstützen und Blähungen, Magenschmerzen oder eine träge Verdauung lindern. Das Gel wird gern genutzt, um eine Übersäuerung zu regulieren.

Wofür sich Aloe Vera eignet

Die Anwendungen sind breit gefächert. Die Pflanze wirkt entzündungshemmend, entgiftend antiviral, antimykotisch, entsäuernd, verdauungsfördernd, immunstimulierend, juckreizstillend und kann bei folgenden Problemen unterstützen:

• unreine oder empfindliche Haut

• trockene Haut oder Faltenbildung

• Akne, Pickel oder Mischhaut

• allergische Reaktionen

• Ekzeme oder Neurodermitis

• Schuppenflechte

• Herpes

• Insektenstiche

• Sonnenbrand

• kleinere Verbrennungen oder gereizte Haut

Beim Kauf von Aloe Vera Produkten sollte man jedoch sehr auf die Qualität achten, wo Aloe Vera drauf steht, ist oft nur ein geringer Anteil drinnen, was dann auch nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt. Auch ist entscheidend, wie lange und wo eine Aloe Pflanze angebaut wird.

Fazit:

Aloe Vera ist eine der ältesten und zugleich vielseitigsten Pflanzen der Natur. Sie wächst beinahe überall, lässt sich leicht pflegen und liefert Wirkstoffe, die Haut, Darm und Immunsystem stärken können. Ob als Saft oder als Gel. Ihre Anwendung ist unkompliziert und kann den Alltag auf natürliche Weise bereichern. Wenn du Aloe Vera Saft oder Hautpflegeprodukte kaufst, achte auf die Qualität, da gibt es enorme Unterschiede.

Du kannst dir sogar mit hochwertigen Aloe Vera Produkten (Hautpflege und Nahrungsergänzungsmittel) ein eigenes Business aufbauen.

Du hast Fragen zur Aloe Vera und/oder zu den Produkten, die Aloe Vera enthalten, oder auch über Karrieremöglichkeiten, dann schreib mir gerne.

Von Angelika Wirth

Kosmetikerin & Ernährungsberaterin